Bodensee-Raddampfer Hohentwiel


Bodensee-Raddampfer Hohentwiel

Artikel-Nr.: S-730

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Bodensee-Raddampfer „Hohentwiel“
Die Schifffahrt auf dem Bodensee begann im Jahr 1824 mit dem Dampfschiff „Wilhelm“. Im Jahr 1911 bestand die Bodenseeflotte aus zwölf Schiffen. Da in diesem Jahr über vier Millionen Fahrgäste auf dem Bodensee befördert worden waren, beschloss man, ein neues Schiff zu bauen. Es sollte ein Halbsalon-Dampfer sein, wie das bereits vorhandene Schiff „Friedrichshafen“. Schon früh stand der Name des Schiffs fest: „Hohentwiel“, nach einem nahegelegenen Berg bei Singen.
Nach der Indienststellung im Mai 1913 wurde die Hohentwiel zwischen Konstanz und Bregenz eingesetzt. Zuerst wurde die Route hauptsächlich von Schülern und Pendlern oder für den Güterverkehr genutzt, doch als in den Zwanzigerjahren der Ausflugsverkehr von Feriengästen zunahm, mussten die Fahrgastschiffe angepasst werden. Die Hohentwiel wurde daher im Winter 1922/23 und um 1933 umgebaut. Auf dem Vorderdeck und auf dem Oberdeck errichtete man weitere kleine Salons. Das Steuerhaus wurde ein Deck höher versetzt und um eine Kommandobrücke ergänzt. Bei den Umbauten musste die Originaleinrichtung von 1913, die der Stuttgarter Künstler Bernhard Pankok entworfen hatte, weichen.
Ab Beginn des Zweiten Weltkriegs verkehrte die Hohentwiel nur noch auf wenigen Strecken ab Friedrichshafen. Als bei der Bombardierung Friedrichshafens mehrere Schiffe zerstört wurden, blieb die Hohentwiel verschont, weil sie gerade in Konstanz lag. Nach Ende des Krieges war sie das einzige noch erhaltene Dampfschiff in Friedrichshafen. Später wurde das Dampfschiff „Lindau“ ebenfalls nach Friedrichshafen verlegt. Bis 1962 war die Hohentwiel noch in Betrieb, dann wurde sie als letztes Dampfschiff ausgemustert und zum Clubheim eines Segelclubs umfunktioniert.
1984 erwarb die Vereinigung Internationales Bodenseeschifffahrtsmuseum e. V. das Schiff und restaurierte es ab 1986 in mühevoller Kleinarbeit. Das Ziel war, das Schiff in den Originalzustand von 1913 zurückzuversetzen. Die Suche nach Werften und beteiligten Unternehmen gestaltete sich aber sehr schwierig, da die Kosten sehr hoch waren. Deshalb wurde das Projekt in Bauabschnitte eingeteilt, mit deren Umsetzung einzelne Mittelstandsunternehmen beauftragt wurden. Für die Koordination wurde ein Projektleiter eingesetzt. Aus Kostengründen entschloss man sich zunächst, die Hohentwiel nur bei besonderen Anlässen einzusetzen. So wurden Kosten von 2,7 Millionen DM einkalkuliert. Die Hälfte der Summe übernahm die Bodenseekonferenz, der Rest setzte sich aus Spenden, Beiträgen der Vereinsmitglieder und Sponsoring einiger beteiligter Firmen zusammen. Im Verlauf der Instandsetzung stiegen die Gesamtkosten auf 4,3 Millionen DM.
Bei der Entkernung mussten sämtliche Bauteile sorgfältig entfernt und katalogisiert werden. Da die Originalpläne verlorengegangen waren, wurden Zeichnungen und Bauskizzen neu angefertigt. Für den Wiederaufbau waren nur noch der Schiffsrumpf, die Radkastenträger, Galerien und das Profil des Halbsalons verwendbar, alles andere musste anhand der Zeichnungen rekonstruiert werden. Auf die Instandsetzung der Salons von 1933 verzichtete man. Sie dienten als Materiallager und improvisierte Werkstätten. Die Rekonstruktion der Kessel und Dampfmaschinen fand aus Kostengründen in eigener Regie statt. Auch die Schaufelräder mussten erneuert werden, denn während des Restaurantbetriebs hatte man die früheren Räder in der Mitte durchtrennt, um den Platz im Radkasten als Getränkelager zu nutzen. Weil die Originalpläne für die Innenausstattung unauffindbar waren, beschloss man, die Pläne für das 1944 zerstörte Schwesterschiff „Friedrichshafen“ umzusetzen und damit diesem Schiff ebenfalls ein Denkmal zu setzen. Die Wappenschilder an den Radkästen stellte man anhand alter Fotos wieder her. Sie wurden, wie der Namensschriftzug, aus Bronze gegossen.
Am 17. Mai 1990 konnte die Hohentwiel dann feierlich eingeweiht werden. Bis heute ist das letzte verbliebene Bodensee-Dampfschiff bei Ausflugsfahrten im Einsatz, wird aber nicht mehr mit Steinkohle, sondern mit Heizöl betrieben. Der Heimathafen ist Hard in Österreich. An Bord der Hohentwiel wurden Szenen aus dem James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“ gedreht.

Autor: Przemyslaw Tabernacki

7,5 Bogen DIN A4

Modell L 61 x B 13 x H 23 cm.

Schwierigkeitsgrad mittel

Verlag: Schreiber / Aue-Verlag

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