Turnier-Ritter


Turnier-Ritter

Artikel-Nr.: S-704

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Modellbaubogen im Maßstab 1:9

Der Beginn von Ritterturnieren in Deutschland wird auf August 1127 geschätzt. Das erste Turnier sollen zwei Herzöge bei der Belagerung der Stadt Würzburg durchgeführt haben. Die Turniere verbreiteten sich immer weiter und wurden auch für Dichter und Maler zu beliebten Motiven. Die Kirche lehnte Kämpfe dieser Art jedoch ab und verweigerte tödlich getroffenen Turnierteilnehmern sogar das christliche Begräbnis.
Es gab verschiedene Formen von Kämpfen. Die Tjost war ein Einzelkampf, bei dem zwei Ritter versuchten, sich gegenseitig mit Lanzen vom Pferd zu stoßen. Dabei waren zwei Stoßarten üblich. Beim Stoß unter das Kinn wurde der Ritter durch den Schlag betäubt und ging zu Boden. Der Stoß gegen den Schild warf den Ritter durch die Wucht des Aufpralls aus dem Sattel. Der am Boden liegende Gegner durfte nicht überrannt werden.
Der Buhurt war ein etwas ungefährlicherer Kampf mit vielen Teilnehmern. Der Name bedeutete so viel wie Anrennen oder Anprall und beschrieb ein wichtiges Merkmal des Kampfs. Der Ritter war mit Schild und Speer bewaffnet und trug keine Rüstung. Manchmal wurde ohne Waffen gekämpft, um die Geschicklichkeit der Ritter zu demonstrieren. Sieger wurde, wer die meisten anderen Kämpfer vom Pferd gestoßen hatte.
Das eigentliche Turnier (vom lateinischen Wort „tornus“ für Drehscheibe), war ein harter Kampf, bei dem die Übung für den Ernstfall im Vordergrund stand. Deshalb rüsteten sich die Ritter aus wie für eine echte Schlacht, verwendeten aber stumpfe Waffen. Vorab wurden Termin und Ort, die Zahl der Kämpfer und das Lösegeld für die Gefangenen vereinbart. Teilnehmen durfte jeder Ritter. Die Kämpfer teilten sich in zwei Mannschaften, danach ordneten sie sich keilförmig an. Die Mannschaften ritten geschlossen gegeneinander an. Während eines Turniers kam es auch zu Tjosten oder zu Kämpfen kleiner Gruppen. Ein Turnier konnte mehrere Tage dauern.
Bei einem Turnier waren häufig Verletzte und Tote zu beklagen. Das war einer der Gründe, warum die Kirche diese Kämpfe ablehnte. Wer in einem Turnier vom Gegner gefangen genommen wurde, musste sich seinem Rang entsprechend freikaufen. So wurden einige Ritter durch die Kämpfe reich, andere aber verarmten. Sieger wurde, wer sich am tapfersten zeigte und sich besonders hervorgetan hatte. Dem Sieger winkten meist nur symbolische Prämien wie Jagdfalken oder Hunde, doch vor allem war ihm Bewunderung sicher.
Ein Turnier war nicht nur bei den Kämpfern beliebt, sondern zog auch viele Zuschauer an. Dabei ging es meistens um sehen und gesehen werden. Selbst zur Brautschau wurden Turnierkämpfe genutzt. Bis in das 16. Jahrhundert hinein wurden Kampfspiele durchgeführt. Das eigentliche Turnier verschwand dabei allerdings immer mehr, dafür wurden mehr Tjoste oder Buhurts ausgetragen. An diesen Kämpfen, die bald nur noch Geschicklichkeitsübungen waren, nahmen nun nicht mehr nur Ritter, sondern auch Bürger teil. Noch heute werden auf Mittelaltermärkten diese Kämpfe zur Unterhaltung der Zuschauer ausgetragen.


Autor: Przemyslaw Tabernacki

Titelblat, 7 Bastelbogen, 1 Seite Bauanleitung mit Skizzen n in 4-vierfarbdruck, 21 x 29,7 cm.
Modell L 25 x B 12 x H 32 cm.

Schwierigkeitsgrad: mittel

Verlag: Schreiber / Aue Verlag

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